Adware – kurz für „Advertising-Supported Software“ – ist eine Software, die Werbung anzeigt, bestimmte Nutzerdaten erfasst und den Datenverkehr häufig auf gesponserte Seiten umleitet. Einige Entwickler bündeln Adware mit kostenlosen Anwendungen, um die Entwicklung zu finanzieren. Dieses Modell wird jedoch problematisch, wenn die Software ohne eindeutige Zustimmung installiert wird, die Surfaktivitäten der Nutzer verfolgt oder sogar die Browser-Einstellungen verändert. In diesen Fällen kann Adware Ihr Gerät verlangsamen, den Bildschirm mit aufdringlicher Werbung überfluten und generell Ihre Privatsphäre gefährden. In diesem Artikel erklären wir, was Adware ist, wie sie auf Geräte gelangt und wie Sie sie entfernen können.
Inhalt:
Wie kommt die Adware auf unsere Geräte?
Am häufigsten landet Adware über gebündelte Software auf Ihrem Gerät. Bei Freeware und Shareware sind im Installationsprogramm oft „optionale Angebote“ versteckt. Viele Nutzer klicken einfach durch den Installationsvorgang, ohne das Kleingedruckte zu lesen, und lassen unwissentlich zu, dass Adware installiert wird. Einige Entwickler gestalten den Prozess absichtlich so verwirrend, damit Sie das Kontrollkästchen leicht übersehen. Deshalb ist eine sorgfältige Installation eine der einfachsten und zuverlässigsten Formen der Adware-Erkennung, noch bevor sie auf Ihr Gerät gelangen kann.
Eine weitere Möglichkeit, wie Adware auf Ihr Gerät gelangen kann, ist der Drive‑by‑Download. Bei dieser Art von Angriff nutzt eine kompromittierte Website eine Schwachstelle im Browser, um ohne jegliche Interaktion des Nutzers eine Adware-Payload zu installieren. Bekanntermaßen verwenden bösartige Werbenetzwerke JavaScript-Umleitungen in Pop-ups, um diese Downloads auszulösen. Von den Cybersicherheitsexperten werden solche Kampagnen zunehmend als neue Adware-Bedrohungen eingestuft, da Werbeskripte häufig zur Verbreitung anderer Formen von Schadsoftware verwendet werden.
Auch Nutzer von Mobilgeräten sind nicht immun dagegen. Kostenlose Apps, die mit Ad-Frameworks vollgepackt sind, können Smartphones mit Vollbildwerbung bombardieren und sich nach der Deinstallation sogar selbst neu installieren. Kurz gesagt: Wenn Sie unbekannte Software installieren oder auf verdächtige Links klicken, öffnen Sie Adware die Tür.
So erkennen Sie, ob Sie Adware auf Ihrem Gerät haben
Eines der deutlichsten Anzeichen dafür, dass Adware auf Ihrem Gerät aktiv ist, ist eine plötzliche Flut von Werbung. Möglicherweise wird Ihnen an Stellen, an denen sie nicht hingehört, Werbung angezeigt, es öffnen sich neue Tabs mit unbekannten Websites, und Ihre Startseite oder Ihre Standard-Suchmaschine werden ohne Ihre Erlaubnis geändert.
Websites sehen vielleicht seltsam aus, weil die Adware dort ihre eigenen Banner platziert. Ihr Gerät, ganz gleich ob PC, Laptop oder Smartphone, wird möglicherweise langsamer oder stürzt ab, weil die Werbung zu viel Rechenleistung und Speicher verbraucht.
Auf mobilen Geräten stellen Sie möglicherweise einen unerklärlichen Daten- oder Akkuverbrauch sowie Apps fest, die Sie nie heruntergeladen haben. Eine Kombination dieser Anzeichen deutet darauf hin, dass sich unerwünschte Software auf Ihrem Gerät befindet, und sollte Sie dazu veranlassen, Tools zur Erkennung von Adware auszuführen.
Die Geschichte von Adware
Die Ursprünge von Adware reichen bis in die frühen Tage des kommerziellen Internets zurück. Mitte der 1990er-Jahre begannen Entwickler, mit werbefinanzierter Software zu experimentieren – mit Programmen, die kostenlos verbreitet, aber durch in der Anwendung angezeigte Werbung finanziert wurden. Etwa um das Jahr 1995 tauchten bereits erste Versionen im Internet auf, einige davon verfolgten sogar schon das Surfverhalten, um gezielte Werbung zu schalten.
Dieses Modell verbreitete sich rasch zusammen mit Freeware und Peer-to-Peer-Downloads. Ein frühes Beispiel war Gator (GAIN), das 1999 auf den Markt kam. Das Programm warb für sich selbst als Passwort-Manager und als Tool zum Ausfüllen von Formularen, verfolgte aber auch das Surfverhalten und fügte zielgerichtete Werbung in Websites ein, was zu Klagen und breiter Kritik von Website-Besitzern und Verfechtern des Datenschutzes führte.
In den frühen 2000er-Jahren begannen sich aggressivere Adware-Netzwerke zu bilden. Programme wie DollarRevenue wurden mit Downloads gebündelt, änderten die Browsereinstellungen, installierten Symbolleisten und generierten hartnäckige Pop-up-Werbung, die nur schwer zu entfernen war.
Immer mehr Beschwerden führten schließlich zu zahlreichen rechtlichen Schritten. So zwang die US-amerikanische Federal Trade Commission im Jahr 2007 den Adware-Vertreiber Zango zur Zahlung eines Vergleichs in Höhe von 3 Millionen US-Dollar für eine Software, die ohne eindeutige Zustimmung der Nutzer Werbung auf deren Computern installierte. Fälle wie dieser veranlassten die Branche dazu, zuverlässigere Verfahren zur Entfernung von Adware einzuführen, da die Aufsichtsbehörden begannen, gegen irreführende Installationen vorzugehen.
Ist Adware Malware? Die Debatte über potenziell unerwünschte Programme vs. Malware
Ob Adware als Malware einzustufen ist, hängt davon ab, wie sie sich verhält und wie sie verbreitet wird. Frühe Branchenexperten setzten werbefinanzierte Software mit Spyware gleich. Diese Auffassung änderte sich, als seriöse Unternehmen begannen, kostenlose Software mithilfe von Werbung zu finanzieren. Heutzutage stufen Sicherheitsfachleute Adware in der Regel als potenziell unerwünschtes Programm (engl. potentially unwanted program, kurz: PUP) ein – also als eine Anwendung, die Sie vielleicht nicht haben möchten, die aber nicht zwangsläufig illegal ist.
Legitime Adware weist deutlich auf ihre Anwesenheit hin und bittet um Zustimmung. PUPs, die sich in der Grauzone befinden, verbergen diese Offenlegung in der Endnutzer-Lizenzvereinbarung womöglich oder bündeln Angebote von Drittanbietern, die schwer abzulehnen sind. Diese können Sie mit Pop-ups überfluten oder Ihre Browsereinstellungen kapern, enthalten jedoch keinen zusätzlichen schädlichen Code.
Illegale Adware wird absichtlich ohne Erlaubnis installiert, verbirgt sich in Trojanern oder Rootkits und nutzt Werbung als Kanal für Spyware oder sogar Ransomware. In diesen Fällen handelt es sich um Schadsoftware im engeren Sinne.
Da viele Adware-Anbieter legitime Unternehmen betreiben und die Werbeklausel in ihre Lizenzverträge aufnehmen, ist es schwierig, die Software als Schadsoftware einzustufen. Deswegen ist es wichtig, die Installationshinweise sorgfältig zu lesen, unerwünschte Angebote abzulehnen und Sicherheitssoftware zu verwenden, die PUPs erkennen kann, bevor sie installiert werden.
Beispiele für Adware
Nicht jede Adware ist gleich. Manche Programme sind kaum mehr als ein Ärgernis, während andere sich eher wie Malware verhalten. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie sich neu auftretende Adware-Bedrohungen weiterentwickelt haben.
Fireball: eine der am weitesten verbreiteten Adware-Gruppen. Sie kapert den Browser, indem sie die Startseite und die Suchmaschine ändert, und verfolgt die Surfaktivitäten, um Werbung zu schalten. Außerdem kann sie Code auf infizierten Rechnern ausführen, was sie gefährlicher macht als einfache Pop-up-Generatoren.
Gator (GAIN): ein Adware-Programm aus den frühen 2000er-Jahren, das mit Filesharing-Anwendungen gebündelt wurde. Es bot praktische Funktionen wie das automatische Ausfüllen von Passwörtern, verfolgte jedoch das Nutzerverhalten für gezielte Werbung und wurde für seine invasive Datenerfassung berüchtigt.
DollarRevenue: Ein äußerst aggressives Programm, das Nutzer mit Pop-ups überflutete, Browser-Symbolleisten installierte und Systemeinstellungen ohne deren Zustimmung veränderte. Es integrierte sich in Systemdateien, um sich der Entfernung von Adware zu widersetzen.
DeskAd: eine Adware, die Banner direkt auf dem Desktop und in Webbrowsern anzeigte. Sie wurde häufig zusammen mit anderen potenziell unerwünschten Anwendungen gebündelt und beanspruchte erhebliche Systemressourcen.
CoolWebSearch (CWS): ein berüchtigter Browser-Kaperer, der Nutzer auf Werbe-Websites umleitete, nicht autorisierte Symbolleisten installierte und Schwachstellen im Internet Explorer ausnutzte, um sich selbst neu zu installieren.
Android/Xiny: eine auf Mobilgeräte ausgerichtete Adware-Gruppe, die Smartphones über App-Stores von Drittanbietern infiziert. Sobald die Anwendung auf dem Gerät ist, zeigt sie Vollbildwerbung an, installiert unerwünschte Apps und kann sich selbst neu installieren, auch wenn sie entfernt wird.
Selbst relativ harmlose Arten von Adware können Ihren Rechner verlangsamen oder Ihr mobiles Datenvolumen aufbrauchen, während neu auftretende Adware-Bedrohungen sich zunehmend wie klassische Malware verhalten.
Wie man Adware loswird
Um Adware zu entfernen, müssen in der Regel das Programm selbst identifiziert, die betroffenen Browsereinstellungen wiederhergestellt und das Gerät auf versteckte Komponenten überprüft werden. Die folgenden Schritte beschreiben die gängigsten Methoden, wie Sie Adware entfernen können.
Deinstallieren Sie verdächtige oder kürzlich installierte Software. Überprüfen Sie die auf Ihrem Gerät installierten Programme und deinstallieren Sie unbekannte Programme, vor allem solche, die etwa zu der Zeit hinzugefügt wurden, als die Werbung erstmals auftrat.
Entfernen Sie unbekannte Browsererweiterungen. Adware installiert häufig Symbolleisten oder Plug-ins, die Werbung in Websites einfügen. Überprüfen Sie die Erweiterungen in Ihrem Browser und löschen Sie alle, die Sie nicht kennen oder Ihnen fragwürdig vorkommen.
Setzen Sie die Browsereinstellungen zurück. Stellen Sie die Einstellungen für Ihre Startseite, die Suchmaschine und den Programmstart wieder her, falls diese geändert wurden.
Führen Sie einen vollständigen Scan nach Malware durch. Ein seriöses Sicherheitstool kann versteckte Adware-Komponenten erkennen und entfernen, die bei einer manuellen Entfernung möglicherweise übersehen werden.
Löschen Sie die Browserdaten und den Cache. Wenn Sie Cookies und Cache-Dateien löschen, können Sie übrig gebliebene Tracking-Skripte oder Werbemodule entfernen.
So können Sie Adware in Zukunft vermeiden
Grundsätzlich ist es einfacher, Adware zu vermeiden, als sie zu entfernen. Mit ein paar einfachen Sicherheitsmaßnahmen können Sie das Risiko, Adware oder andere potenziell unerwünschte Programme zu installieren, erheblich verringern.
Halten Sie Ihre Software auf dem neuesten Stand. Installieren Sie Updates für Ihr Betriebssystem, Ihren Browser und Ihre Anwendungen. Sicherheitspatches beheben Sicherheitslücken, die Angreifer über Drive-by-Downloads ausnutzen.
Seien Sie bei kostenlosen Downloads vorsichtig. Kostenlose Software enthält oft zusätzliche Programme. Achten Sie darauf, was Sie installieren, und vermeiden Sie Downloads von unbekannten Websites.
Lesen Sie die Installationshinweise immer sorgfältig durch. Viele Installationsprogramme enthalten optionale Angebote, die standardmäßig ausgewählt sind. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um jeden Schritt zu überprüfen und Angebote, die Sie nicht möchten, abzuwählen.
Laden Sie Software nur von seriösen Quellen herunter. Über offizielle Websites und vertrauenswürdige App-Stores wird Adware wesentlich seltener verbreitet als über Download-Portale von Drittanbietern.
Vermeiden Sie raubkopierte Software und Medien. Illegale Downloads enthalten häufig Installationsprogramme für Malware und Adware. Nutzen Sie ausschließlich legale und sichere Software.
Lassen Sie bei Werbung und Pop-ups Vorsicht walten. Gefälschte Download-Schaltflächen, irreführende Anzeigen und getarnte „Schließen“-Symbole sind gängige Tricks, mit denen unerwünschte Installationen ausgelöst werden.
Setzen Sie auf vertrauenswürdige Sicherheitstools. Ein zuverlässiges Sicherheitspaket kann potenziell unerwünschte Programme (PUPs) erkennen und schädliche Werbung blockieren, bevor sie auf Ihr Gerät gelangt.
Schützen Sie Ihre Konten mit einem Passwort-Manager wie NordPass. Mit starken, eindeutigen Passwörtern können Sie Angreifer daran hindern, kompromittierte Konten auszunutzen oder durch Phishing und andere Social-Engineering-Taktiken bösartige Software zu installieren.
Adware ist vielleicht nicht so schädlich wie Ransomware oder andere Arten von Malware. Sie kann Ihr Gerät jedoch trotzdem verlangsamen, Ihre Privatsphäre gefährden, Ihre personenbezogenen Daten preisgeben und Ihnen weitere Probleme bereiten. Wenn Sie diese grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen beachten, können Sie Ihre Geräte und Ihre Online-Konten besser schützen.